40 Jahre PRO ASYL: „Rechtsstaat und die Rechte von Schutzsuchenden müssen verteidigt werden!“
| Wenn Politiker:innen, Beamt:innen und Bürger:innen Menschenrechte missachten und den Flüchtlingsschutz angreifen, müssen der Rechtsstaat und die Rechte von Flüchtlingen verteidigt werden. Die Menschrechtsorganisation PRO ASYL, die in diesem Jahr 40 Jahre alt wird, schreibt dazu in der „Schmerlenbacher Erklärung“ vom 24. April 2026: „Den Angriffen stellen wir uns bewusst, konsequent und solidarisch entgegen. Wir kämpfen für das Recht auf Schutz, ein Leben in Würde und Glück. Wir benennen Rechtsbrüche, verteidigen Schutzrechte, unterstützen Betroffene, schaffen Öffentlichkeit und wenden uns gegen jede Politik, die auf Abschreckung, Ausgrenzung und Entwürdigung setzt“. Angesichts des massiven Abbaus der Flüchtlingsrechte heißt es weiter: „Wir weigern uns, die Entrechtung Schutzsuchender als neue Normalität hinzunehmen. Wir widersprechen einer Politik, die Leid und Tod an den Grenzen hinnimmt und die Aushöhlung von Recht als Handlungsfähigkeit verkauft. Rechtsbindung ist kein Hindernis. Flüchtlingsschutz ist kein Gnadenakt, sondern eine rechtliche, politische und moralische Verpflichtung.“ Das PRO ASYL-Netzwerk erwartet von dem neuen „Gemeinsame(n) Europäische(n) Asylsystem (GEAS)“, das vom 12. Juni an in den EU-Mitgliedstaaten angewendet wird, unter anderem, dass mehr Menschen zu Unrecht im Asylverfahren abgelehnt und von neuen harten Abschiebungs- und Haftregelungen betroffen sein werden. Halima Gutale, Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft PRO ASYL, sagt: „Wir sind vorbereitet. Wir dokumentieren Rechtsbrüche, verteidigen Grundrechte, unterstützen Betroffene, schaffen Öffentlichkeit und werden gegen Menschenrechtsverletzungen infolge der GEAS-Umsetzung vor nationalen und internationalen Gerichten klagen. Diese Politik der Abschreckung, Ausgrenzung und Entwürdigung muss gestoppt werden.“ |
Krystyna Michalski im Vorstand der Stiftung
In ihrer Herbsttagung 2024 wählten die Vorstandsmitglieder der Refugio Stiftung Schleswig-Holstein Frau Krystyna Michalski als weitere ehrenamtliche Beisitzerin in den Vorstand. Die Vorstandsvorsitzende, Frau Dr. Jasmin Röhl-Azazmah, freute sich sehr, mit Frau Michalski eine sehr erfahrene Kollegin begrüßen zu können.
Krystyna Michalski war nach 20 Jahren erfolgreicher Arbeit in den Bereichen Migration und Flucht, Frauen, LSBTIQ* und Jugendhilfe im Paritätischen Wohlfahrtsverband in Kiel am 18. Oktober 2024 in den Ruhestand gewechselt.
Sie war und ist dort als engagierte und informierte Ansprechpartnerin für Politik, Verwaltung, Beratung und Ehrenamt bekannt und wird nun ihr Engagement im kleineren, ehrenamtlichen Rahmen im Vorstand der Refugio Stiftung weiterführen.

„Kapitän auf der Brücke der Mitmensch-lichkeit“ – Stefan Schmidt als Landesbeauf-tragter für Flüchtlings-, Asyl- und Zuwanderungsfragen verabschiedet
Nach zwölf Jahren wurde Kapitän Stefan Schmidt am 13. September 2023 in der der Lübecker St.-Marien-Kirche aus seinem Ehrenamt als Landesbeauftragter für Flüchtlings-, Asyl- und Zuwanderungsfragen verabschiedet. Pastor Robert Pfeifer begrüßte etwa 400 Gäste, die zu der Benefizgala „Schmidt ahoi“ zugunsten des Vereins „Borderline Europe – Menschenrechte ohne Grenzen“ gekommen waren.
Die Landtagspräsidentin Kristina Herbst und die Innenministerin Dr. Sabine Sütterlin-Waack, die auch im Namen der anwesenden Ministerin Aminata Touré sprach, hoben die Weitsicht, die Tatkraft und das Verantwortungsbewusstsein Stefan Schmidts als Eigenschaften eines guten Kapitäns hervor, sowie seinen ausgesprochenen Gerechtigkeitssinn.

Die Bischöfin für Hamburg und Lübeck, Kirsten Fehrs, – mit Stefan Schmidt seit vielen Jahren freundschaftlich verbunden – nannte ihn den „Kapitän auf der Brücke der Mitmenschlichkeit“
Die Refugio Stiftung überreichte am Eingang Stefan Schmidt als kleines Zeichen des Dankes das Büchlein der französischen Schriftstellerin Mariette Navarro „Über die See“ mit folgender Widmung:
„Lieber Stefan Schmidt,
nach 12 Jahren nehmen Sie heute Abschied von Ihrem Ehrenamt als Beauftragter für Flüchtlings-, Asyl- und Zuwanderungsfragen des Landes Schleswig-Holstein. Der Vorstand der Refugio Stiftung sagt Ihnen für diese 12 Jahre ein aufrichtiges Danke! Danke, dass wir uns bei Ihnen immer „an Bord“ fühlen durften!
Danke auch für Ihr solidarisches, klares und engagiertes Eintreten für die Rechte und Sorgen der Zugewanderten, besonders für jene, die als Überlebende von Folter, Krieg und Terror aus ihrer Heimat fliehen mussten und hier Schutz suchen. Viele von Ihnen sind über das Meer geflohen und kennen in existenzieller Not die übermächtige Kraft der Wellen, die Angst vor der Tiefe und den lebensbedrohlichen Orientierungsverlust im offenen Meer.
Davon handelt – allerdings als freiwilliges Experiment – die fantastische Erzählung „Über die See“, die wir Ihnen als kleines Zeichen unseres Dankes überreichen. Mariette Navarro zitiert am Anfang Aristoteles, der die Menschheit einteilte in Lebende, Tote und Seefahrer. Für uns jedoch gehören Sie auch als Seefahrer zu den Lebenden. Und wir hoffen, dass das noch viele Jahre so bleibt! Dazu wünschen wir Ihnen von Herzen Gesundheit und alles Gute!“Kiel, den 13. September 2023
Vorstand der Refugio Stiftung Schleswig-Holstein
Dr. Jasmin Röhl-Azazmah,
Kai-Axel Ketelsen,
Ingrid Neitzel,
Karl Neuwöhner
Die Refugio Stiftung Schleswig-Holstein trauert um Heide Simonis
Am 12. Juli 2023 verstarb unsere erste Vorstandsvorsitzende, Frau Ministerpräsidentin a.D. Heide Simonis, im Alter von 80 Jahren. Als Heide Simonis 2008 ehrenamtlich den ersten Vorsitz der Refugio Stiftung Schleswig-Holstein übernahm, brachte sie viele Erfahrungen aus ihren politischen Ämtern zum Beispiel als Kieler Ratsfrau ab 1971, als jüngste Abgeordnete im Deutschen Bundestag ab 1976, als Finanzministerin in Schleswig-Holstein ab 1988 und als Ministerpräsidentin von 1993 bis 2005 in die neue Aufgabe bei unserer gerade erst von Dr. Wolfgang Neitzel (1949 – 2011) gegründeten Stiftung mit. Mit ihrem Talent, Menschen für sich und ihre Überzeugung zu gewinnen, gab sie den Anfängen des Engagements für die damals aus dem Kosovo-Krieg geflüchteten Gewaltopfer die nötige Klugheit und den erforderlichen Mut mit auf den Weg.
Wie damals setzt sich auch heute die Refugio Stiftung Schleswig-Holstein für eine angemessene Versorgung von Überlebenden von Folter, Krieg und Terror ein, und sie tut dies, wie die heutige Vorstandsvorsitzende Frau Dr. Jasmin Röhl-Azazmah sagt, „nach dem Vorbild von Heide Simonis: direkt, fair, wertschätzend, aufmerksam und zugewandt. So werden wir ihr Andenken in unserer Stiftung bewahren.“
Jasmin Azazmah neue Vorstandsvorsitzende der Refugio Stiftung Schleswig-Holstein
Bei seinem routinemäßigen Herbsttreffen im Oktober 2022 wählte der Vorstand der Refugio Stiftung Schleswig-Holstein, Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband und im Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein, Frau Dr. Jasmin Azazmah zur neuen Vorsitzenden. Die bisherige Vorsitzende und Mit-Stifterin, Frau Ingrid Neitzel, trat aus Altersgründen von ihrem Amt zurück.
Der Vorstand bedankte sich bei Frau Neitzel sehr herzlich für sieben Jahre ehrenamtliche, verantwortungsvolle und wertschätzende Vorstandsarbeit, die sie neben ihrer Vorstandstätigkeit in einer internationalen Kreditgenossenschaft geleistet hat, und freut sich sehr darüber, dass die scheidende Vorsitzende weiter dem Vorstand als Beisitzerin angehören wird. Frau Neitzel erklärte in ihrem Abschiedsstatement, dass sie die unmittelbare Versorgung der Überlebenden von Folter, Krieg und Terror neben allem politischen Engagement als Hauptaufgabe der Stiftung ansieht.
Die neu gewählte Vorsitzende, die promovierte Literaturwissenschaftlerin Jasmin Azazmah, ist Referentin beim schleswig-holsteinischen Beauftragten für Flüchtlings- Asyl- und Zuwanderungsfragen. In ihrem Antrittswort dankte sie Ihren Vorstandskolleg*innen und vor allem Ingrid Neitzel für das Vertrauen und versprach, mit ihrer Erfahrung in der Geflüchtetenarbeit das Engagement des Vorstands nach Kräften zu unterstützen und sich für eine weitere Vernetzung der Stiftung mit anderen Organisationen und Einrichtungen einzusetzen.



Die Refugio Stiftung Schleswig-Holstein unterstützt seit Beginn im November 2019 die Organisation „United4Rescue“, weil körperliche und seelische Verletzungen durch Verfolgung, Misshandlung und Erniedrigung als Fluchtgrund nicht durch das Trauma der Gefahr des Ertrinkens vor Europas Grenzen noch vergrößert werden dürfen. „Man lässt keine Menschen ertrinken. Punkt!“
